Sven Warnack neuer Wachenleiter in Sulz

Sven Warnack bekleidet ab sofort das Amt des Wachenleiters der Rettungswache Sulz. Er hat im Rettungsdienst Rottweil vor einigen Jahren die Ausbildung zum Rettungsassistenten absolviert, kennt sich also in unserem Bereich bestens aus. Wir wünschen ihm in seinem Amt alles Gute!
Intraossärsystem EZ-IO in Rottweil

Seit vielen Jahren gilt der Intraossärzugang
als Zugangsweg der zweiten Wahl in das Gefäßsystem.
Dabei handelt es sich um folgendes: Notfallpatienten benötigen neben
Infusionen häufig Medikamente, die direkt in die Venen injiziert werden
müssen. Das ist jedoch gelegentlich schwierig, vor allem im Rahmen
von Reanimationen (Wiederbelebungen). Daher gibt es seit einigen Jahren
Hilfsmittel, um Kanülen in den Knochen der Patienten einzubringen -
das hört sich für Laien martialisch an, funktioniert aber sogar
bei wachen Patienten, die dabei über weniger Schmerzen klagen als bei
der Punktion einer Vene am Handrücken.
Im Landkreis Rottweil haben wir bisher die sogenannte BIG eingesetzt, ein
System mit Federspannung, das die Kanüle in den Knochen hineinschießt.
Mit den Ergebnissen waren wir nicht immer zufrieden, liegen aber exakt in
der Statistik. Besserung erwarten wir uns von der EZ-IO. EZ steht in diesem
Fall für easy, also leicht. Die Bohrmaschine fräst die Kanüle
exakt in den Knochen und gestattet dem Anwender ein Gefühl für
die korrekte Lage. Im Rahmen eines Qualitätszirkels sind jetzt Notärzte
und Rettungsdienstmitarbeiter auf das Gerät geschult und offiziell
eingewiesen worden. Zu Schulungszwecken wurden Schweinebeine benutzt, die
strukturell Menschenknochen ähnlich sind.
Zwei neue Fahrzeuge in Rottweil

Gleich zwei Fahrzeuge hat die Rettungswache
Rottweil in Dienst gestellt. Links das neue Notarzteinsatzfahrzeug, wie
die beiden anderen im Landkreis endlich auch mit Allradantrieb. Ansonsten
unterscheidet es sich von den NEF Oberndorf und Schramberg nur durch den
Blaulichtbalken in LED-Technik.
Der neue RTW hingegen stellt eine wesentliche Verbesserung für die
Patienten und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rettungswache
dar, weil das Fahrzeug wesentlich besser motorisiert ist und vor allem über
deutlich mehr Komfort verfügt. Mehr zu diesem Fahrzeug lesen sie hier.
Neuer Rettungswagen für Schramberg

Mit der Indienststellung des neuen Rettungswagens
in Schramberg ist die Umstellung auf Koffer-RTW im Landkreis Rottweil vollendet.
Abgesehen vom Oberndorfer Mehrzweckfahrzeug gibt es keinen einzigen Kasten-RTW
mehr im regulären Einsatzdienst.
Das Schramberger Auto hat, bedingt durch die Tallage im Schwarzwald, Allradantrieb,
was wiederum ein schwereres und zwillingsbereiftes Basisfahrzeug nötig
machte. Es verfügt über einen V6-Dieselmotor mit 184 PS und Automatikgetriebe.
Die medizinische Ausstattung ist identisch mit den anderen Fahrzeugen des
Landkreises. Neu hinzugekommen ist ein Spineboard zur schnellen und schonenden
Rettung und zum Transport Schwerverletzter.
Im unteren Bild sehen Sie einen Größenvergleich zwischen dem
"normalen" RTW aus Oberndorf und dem deutlich höheren Allrad-Fahrzeug.

Neuer Rettungswagen für Oberndorf

In Oberndorf ist ab sofort ein neuer Koffer-RTW
rund um die Uhr für die Bevölkerung im Einsatz. Das Fahrzeug leistet
150 PS und ist wie alle RTW im Landkreis mit der Möglichkeit der telemetrischen
Datenübermittlung von 12-Kanal-EKGs nach Villingen in die Kardiologie
ausgerüstet. Auch die übrige Ausstattung entspricht dem hohen
Standard des DRK-Rettungsdienstes im Landkreis Rottweil (Beatmungsgerät
Oxylog 2000, zwei Perfusoren, Kapnometrie etc.).
Die Kollegen der Rettungswache Oberndorf freuen sich vor allem über
den deutlich großzügigeren Innenraum, der ein bequemeres Arbeiten
mit ausreichender Stehhöhe ermöglicht. Das Vorgängerfahrzeug
war ein Kastenausbau und wesentlich enger als der neue RTW. Ausgemustert
wird der "Alte" jedoch noch nicht: Er dient ab sofort als Ersatz-Rettungswagen,
falls ein reguläres Fahrzeug beispielsweise zur Inspektion muss oder
eine größere Schadenslage weitere Rettungsmittel erfordert.
Neue Notarzteinsatzfahrzeuge für die Rettungswachen Schramberg und Oberndorf

Dem Trend zum Van als Notarzteinsatzfahrzeug folgend, rücken die Rettungsassistenten und Notärzte der Rettungswachen Schramberg und Oberndorf ab sofort jeweils mit einem Mercedes Vito aus. Die baugleichen Fahrzeuge haben 150 PS, Automatikgetriebe und Allradantrieb. Im Gegensatz zum Rottweiler NEF, das nur über Hinterradantrieb verfügt, ist die Bodenfreiheit bei den neuen Fahrzeugen deutlich höher. Sie sind trotz gleichen Radstands etwas kürzer, ohne jedoch Abstriche bei der Beladung in Kauf zu nehmen. So gibt es in beiden Autos eine große Kühlbox für kalte Infusionen an Bord, die für die "therapeutische Hypothermie nach Reanimation" benötigt werden. Auf den Fotos ist übrigens das NEF Oberndorf zu sehen.

1. Rottweiler Notfallsymposium - Ein Bericht
Das 1. Rottweiler Notfallsymposium, darin sind
sich alle Mitwirkenden einig, war ein voller Erfolg. Verstärkt wird dieser
Eindruck nicht zuletzt durch die durchweg positiven Rückmeldungen der
Besucher und Aussteller der Industrieausstellung.
Der Vormittag war geprägt von fünf hochkarätigen Referenten,
die teilweise weite Anfahrtstrecken in Kauf genommen haben. Dr. Martin Messelken,
Anästhesist aus Göppingen und "Vater" der NADOK-Protokolle,
berichtete über die Qualitätssicherung anhand der Daten, die durch
die Erfassung der Protokolle erhoben werden. Im vergangenen Jahr haben sich
bereits 81 % der Notarztstandorte in Baden-Württemberg daran beteiligt
(www.nadok.de).
Dr. Fabian Spöhr von der Uniklinik Köln referierte über Neuigkeiten
bei der Reanimation. Neben der therapeutischen Hypothermie, deren positiver
Effekt durch viele Studien bestätigt wurde, behandelte er auch die Lyse
im Rahmen der Reanimation. Seit einiger Zeit gehört die Reanimation nicht
mehr zu den Kontraindikationen. Gleichwohl ist es immer noch eine Einzelfallentscheidung
und vor allem im Rahmen der (vermuteten) Lungenembolie eine Therapieoption.
Dr. Christian Hohenstein (Kempten) berichtete in seinem launigen und kurzweiligen
Vortrag über das "Critical Incident Reporting System" (www.cirs-notfallmedizin.de)
über das sogenannte Risikomanagement bei Notfalleinsätzen, die naturgemäß
ein hohes Risiko bergen und fehlerträchtig seien. Mit dem Critical Incident
Reporting System könne die Fehlerquote deutlich gesenkt werden, die Beispiele
aus der Industrie belegen.
Dr. Ralf Birkemeyer, Kardiologe aus Villingen,stellte das Herzinfarktnetzwerk
Rottweil- Schwarzwald-Baar vor, das die Versorgung von Patienten mit Herzinfarkten
entscheidend verbessert hat. Im Landkreis Rottweil verfügen alle Rettungswagen
über die Möglichkeit, 12-Kanal-EKG-Ableitungen direkt zur Villinger
Kardiologie zu faxen und so die Diagnose vor Ort und das weitere Vorgehen
zu optimieren. Bestimmte EKG-Veränderungen, so die Studienlage, profitierten
eindeutig von der schnellen koronaren Ballondilatation, die in Villingen rund
um die Uhr durchgeführt werden kann.
Den Abschluss der Vortragsreihe bildete Dr. Harald Genzwürker, Anästhesist
aus Mannheim und ein unbestrittener Fachmann in Sachen "Critical Airwaymanagement".
Die Quintessenz seines Vortrages lautete: Der Patient stirbt nicht am fehlden
Tubus, sondern am fehlenden Sauerstoff! Daher sei es zwingend erforderlich,
neben der Intubation Alternativen im Rettungsdienst mitzuführen. Er plädierte
für den Larynxtubus der Sulzer Firma VBM (www.vmb-medical.de),
der auch auf den Fahrzeugen im Landkreis Rottweil vorgehalten wird.
Der Nachmittag bestand für einen Teil der Besucher aus Workshops zu den
Themen "präklinische Sonografie", Airwaymanagement und Thoraxdrainage
am Schwein sowie Mega-Code-Training nach den Leitlinien des ERC 2005. Alle
Teilnehmer hatten ausreichend Gelegenheit, ihre Fertigkeiten in der präklinischen
Notfallmedizin zu verbessern und Dinge auszuprobieren, die im Rettungsdienstalltag
eher selten vorkommen.
Gedankt sei an dieser Stelle auch den Sponsoren, ohne die die Veranstaltung
in diesem Rahmen nicht möglich gewesen wäre!
Weitere Bilder finden Sie hier.
24.07.2010
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